Geschichte

Die Klassische Archäologie mit dem Antikenmuseum an der Leipziger Universität gehörte bis zu seiner weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu den renommierten Einrichtungen seiner Art in Deutschland. Seit 1994 wird das Institut mit Bibliothek, Fotothek und Diathek kontinuierlich wiederaufgebaut, 1999 konnten - 125 Jahre nach der Gründung - die Räumlichkeiten im restaurierten historischen Gebäude Ritterstr. 14 am Nikolaikirchhof bezogen werden. Das angeschlossene Antikenmuseum ist in der Alten Nikolaischule bereits seit 1994 zugänglich. In den nächsten Jahren gilt es, die ehemals berühmte Sammlung von Gipsabgüssen griechischer und römischer Plastik instandzusetzen und sie für die Lehre nutzbar zu machen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist durch die Aufstellung einzelner gereinigter Abgüsse im Studiensaal und in den anderen Räumlichkeiten des Instituts getan worden.

Johann Friedrich Christ (1701-1756)
Johannes Overbeck (1826-1895)


Der Beginn archäologischer Lehrtätigkeit an der Leipziger Universität geht auf den Professor für Poesie Johann Friedrich Christ zurück, der ab 1735 den Studierenden erstmals Zeugnisse antiker Kunst zur kritischen Beurteilung vorlegte und damit den akademischen Archäologie-Unterricht in Deutschland einleitete. Kaum hundert Jahre später erfolgte 1834 die Gründung einer "antiquarischen Gesellschaft", aus der 1874 als feste Universitätseinrichtung das Archäologische Seminar entstand. Nach dem Vorbild von Göttingen und Bonn wurde seit 1840 auch in Leipzig eine Lehr- und Studiensammlung antiker Kunst aufgebaut, die trotz hoher kriegsbedingter Verluste heute immer noch zu den größten akademischen Kunstmuseen zählt. In der Folge entwickelte sich das Leipziger Archäologische Seminar zu einer angesehenen Lehr- und Forschungsanstalt, an der einflußreiche Gelehrte wie Johannes Overbeck, Franz Studniczka, Herbert Koch und Bernhard Schweitzer das Fach vertraten und aus der nicht wenige bedeutende Archäologen wie Andreas Rumpf und Ernst Langlotz hervorgingen. Dem Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg unter Schweitzer und Koch setzten 1968 die gegen "bürgerliche Bildungsfächer" gerichtete Maßnahmen der 3. Hochschulreform ein Ende: Der Lehrstuhl für Klassische Archäologie wurde aufgelöst und die Lehr- und Studiensammlung in Depots verbannt. Die Einrichtung bestand bis zur Wiederherstellung des Lehrstuhls 1991 als "Fachbereich Archäologie" fort. Von 1991 bis 1997 hatte Eberhard Paul den Lehrstuhl inne, in dessen Amtszeit eine erste Neuordnung von Institut, Studiengang und Antikenmuseum fiel.

Franz Studniczka (1860-1929)
Herbert Koch (1880-1962)
Bernhard Schweitzer (1892-1966)