Die Ausstattung der Häuser in Solunt und die hellenistisch-römische Wohnkultur auf Sizilien

Solunt, Marmorne Beckenstütze aus der Casa di Leda

In Anlehnung an die hinsichtlich ihrer Dokumentation vorzüglichen Bände „Die hellenistische Kunst in Pompeji“, jedoch unter vornehmlich kulturgeschichtlichen Fragestellungen ist das primäre Ziel des Projektes, die bisher weitgehend undokumentierten und hinsichtlich ihrer Fundkontexte kaum ausgewerteten Gattungen von Hausausstattung (Tischfüße, Puteale, Bronzegeräte etc.) auf Sizilien exemplarisch zu erschließen. Den Ausgangspunkt bilden zunächst die Zeugnisse der architektonisch gut dokumentierten Häuser in Solunt (heute z. T. in Palermo). Ziel ist es, im Anschluß an die Arbeiten zu Architektur, Flächenkunst und Bauornamentik der Häuser in einem holistischen Ansatz die Wohnkultur der hellenistischen und römischen Zeit durch eine chronologische Fixierung und – soweit möglich – durch Rekontextualisierung der Zeugnisse Rezeptionsmechanismen zu erarbeiten, vor deren Hintergrund eine kulturhistorische Annäherung an das Phänomen hellenistischer Hausausstattung erfolgt. Im Zentrum steht auch die Frage nach einer möglichen Scharnierfunktion Siziliens im Prozeß der Rezeption hellenistischer Elemente, die aus dem östlichen Mittelmeerraum kommend ihren Weg auf die italische Halbinsel fanden. Solunt soll dabei als Ausgangspunkt der Materialerschließung dienen, bevor die Untersuchung auf andere Fallbeispiele der ersten römischen Provinz ausgedehnt wird.
Das Projekt wird gefördert durch die Fritz-Thyssen Stiftung.

Literatur:

M. De Vos, Pitture e mosaici a Solunto, BaBesch 50, 1975, 195–224.
W. von Sydow, Die hellenistischen Gebälke in Sizilien, RM 91, 1984, 239–358.
M. Wolf, Die Häuser von Solunt und die hellenistische Wohnarchitektur (2004).

(J. Lang)

Ansicht von Solunt (März 2012)