Regionale Veränderungserscheinungen in der frühhellenistischen Mittelmeerwelt

Mit dem Epochenbegriff des Hellenismus wird in der Altertumswissenschaft ein mehr oder weniger scharf umrissener Zeitraum von etwa 300 Jahren erfasst. Auch wenn grundsätzlich klar ist, welche Entwicklungen kultur- und kunstgeschichtlicher Natur mit diesem Zeitraum zu verbinden sind, fehlt es vielfach an einer genaueren Rekonstruktion seiner entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhänge und ihrer geographischen Verortung. So wird zwar allgemein akzeptiert, dass die Epoche des Hellenismus mit dem Alexanderzug ihren Ausgang nahm, es ist aber noch nicht klar genug herausgestellt worden, welche Innovationen tatsächlich festzustellen sind und vor allem, wie man sich den Informationstransfer in chronologischer und geographischen Hinsicht vorzustellen hat. Das angezeigte Forschungsprojekt wendet sich in diesem Zusammenhang der Frühhellenistischen Epoche zu und versucht herauszustellen, welche Entwicklungen mit diesem Zeitraum im Vergleich zur vorherigen Spätklassik zu verbinden sind und wo diese stattfinden. Grundsätzlich soll dabei die These verständlich gemacht, hinterfragt, aber eventuell auch überwunden werden, dass die Innovationen des Hellenismus vor allem von Alexander und seinen Nachfolgern entwickelt und verbreitet worden sind. Die Untersuchungsmethode sieht vor, dass drei geographische Räume herausgegriffen und in drei Zeitfenstern untersucht und miteinander verglichen werden sollen. Dabei wird vom Status quo im griechischen Mutterland und Kleinasien ausgegangen und dieser mit den Gegebenheiten in Nordgriechenland – mit Makedonien und Epirus – und Sizilien verglichen. Die drei Zeitfenster beziehen sich erstens auf die sogenannte Spätklassik, zweitens auf die Zeit der Diadochen und Epigonen und drittens auf den fortgeschrittenen Hellenismus.

(M. Tombrägel)