Tiefenwärts. Archäologische Imaginationen von Dichtern

Eva Kocziszky – Jörn Lang in Zusammenarbeit mit Francoise Lartillot

Ziel der Herausgeber ist es, einen Sammelband von 70 deutschsprachigen Gedichten (1820-2011) zu erstellen, die sich dichterisch, aber auch poetologisch mit der antiken Ruinenlandschaft Griechenlands auseinandersetzen. Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen also Ruinenlandschaften, bzw. einzelne Ruinen und archäologische Objekte der Antike, die wir in ihren medialen Übermittlungen untersuchen. An ihrer jeweils anderen Wahrnehmung wollen wir ihre Fremdwerdung, angefangen beim Nostalgiediskurs bis zur spätmodernen Irritation hinsichtlich Vergangenheit darlegen. Als weiteres, zentrales Kennzeichen des Unternehmens kann das Wechselverhältnis von Wissenschaft und produktiver Einbildungskraft genannt werden, welches man als Wissensdiskurs, aber auch als „Spurensicherung“, als Konstruktion von Erinnerungsorten und Erinnerungsräumen verstehen kann.

In dieser Konzeption besitzt das Vorhaben experimentellen Charakter. Denn es soll weder eine Gedicht-Anthologie sein, wie etwa der bei Reclam erschienene Band Italien-Dichtung noch ein bloßer Interpretationsband mit Gedichten einer Epoche. Wir stellen uns dagegen eher eine Sammlung wissenschaftlich fundierter, aber auch für Laien, v. a. gebildete Reisende lesbarer Texte vor, die sich als Kommentar/ Kurzinterpretation/ Essay an die jeweiligen Gedichte anschließt. Im Zentrum dieser Kommentare stehen sowohl die Gedichte, als auch die in den Gedichten thematisierten Orte und Gegenstände stehen. Die Verfasser der einzelnen Beiträge haben sich sowohl aus archäologischer, literaturwissenschaftlicher aber auch klassisch-philologischer Sicht einer solchen Aufgabe gestellt.

Die Texte der meisten Autoren wurden auf einer Arbeitstagung, die am 25.–26. Januar 2012 an der Université de Lorraine in Metz stattfand, diskutiert und im Anschluss überarbeitet.

(Jörn Lang)