Räumlichkeiten

Antike Kunst im historischen Schulgebäude

Nach Abschluss ihrer Sanierung unter Federführung der Kulturstiftung Leipzig wurde 1994 im ersten Obergeschoss der „Alten Nikolaischule“ das Antikenmuseum der Universität Leipzig wiedereröffnet. Die museale und denkmalgerechte Umnutzung der Räume als akademische Lehr- und Schausammlung trug dem einfachen, historisch gewachsenen Charakter eines hochrangigen Baudenkmals Rechnung, das 1511/12 am Nikolaikirchhof 2 als erste städtische Bürgerschule Leipzigs errichtet wurde.

Im Unterschied zum Erdgeschoss oder dem zweiten Obergeschoss mit der klassizistischen Aula konzentrierten sich die restauratorischen Arbeiten auf der Museumsetage im Wesentlichen auf einen kleinen Raum aus der Zeit Renaissance. Er befindet sich direkt über der Eingangshalle und verfügt wie diese über eine Holzbalkendecke aus dem späten 16. Jahrhundert. Heute beherbergt er das „Kabinett“ mit einer Auswahl antiker Kleinbronzen.

Die schlichte Renaissancefassade mit roten Fenstergewänden aus Rochlitzer Porphyrtuff täuscht darüber hinweg, dass das Gebäude aus drei Vorgängerbauten zusammengewachsenen ist. Bereits 1597 erfolgte unter Einbeziehung eines der im Osten anschließenden Predigerhäuser eine dreigeschossige Erweiterung. Dieser Bauphase gehören der heutige „Saal des Kouros von Naukratis“, der „Saal der attischen Vasen“ und die „Kleinkunstgalerie“ an. Um Raum für eine Aula zu gewinnen, wurde 1827 das benachbarte Eckhaus zur Nikolaistraße mit der Schule verbunden. In diesem Gebäudetrakt befindet sich heute der „Marmorsaal“.

Die Alte Nikolaischule - Wiege der Archäologie an der Leipziger Universität

Bis zu ihrem Umzug in ein neues Gebäude 1872 befanden sich die Schulstuben im Erd- und zweiten Obergeschoss. Das erste Geschoss stand dem jeweiligen Rektor als Wohnung zur Verfügung. Im 18. Jahrhundert lebte dort einer der Wegbereiter der Klassischen Archäologie an der Leipziger Universität, der Philologe und Altertumsforscher Georg Heinrich Martini (1722–1794). Neben seinem Rektorat an der Alten Nikolaischule bekleidete er gleichzeitig ein Lehramt an der Universität. Im Jahre 1779 gab Martini eine der ersten deutschsprachigen Gesamtdarstellungen über Pompeji heraus. Damit ist er eingebunden in die bis heute währende Tradition Leipziger Archäologen bei der Erforschung der Vesuvstadt und der Vermittlung der Ergebnisse an eine breite Öffentlichkeit.